Kurzfassung d. Konzepts d. Jugendfreizeitstätte

Die Konzeptionierung für das JZ Hitzacker in die schwerpunktmäßig
drei Bereiche


a) offener Bereich,
b) Kurse und
c) Sonderveranstaltungen ergibt sich entsprechend d.
Aufgabenstellung in der Offenen Jugendarbeit.

Bevor wir zur näheren Beschreibung der drei o.g. Bereiche kommen,
ist es wichtig kurz auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu
sprechen zu kommen.

§ 1 SGB 8 (Sozialgesetzbuch)
gibt das Ziel vor, dass jeder junge Mensch ein Recht auf
Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftlichen
Persönlichkeit hat.
Nach § 9 Nr. 2 sind die wachsende Fähigkeit und das wachsende
Bedürfnis des Kindes oder des Jugendlichen zu selbständigem,
verantwortungsbewusstem Handeln sowie die jeweiligen besonderen,
sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Eigenarten junger Menschen
und ihrer Familie zu berücksichtigen. Dies wird durch
§ 9 Nr. 3 im Hinblick auf die besonderen Lebenslagen von Mädchen
u. Jungen ergänzt.
Konkret lassen sich die Qualitätsanforderungen aus § 11 zur
Jugendarbeit ableiten. Danach sind jungen Menschen die
zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote
der Jugendarbeit, zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den
Interessen junger Menschen anknüpfen, sie zur Selbstbestimmung
befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem
Engagement anregen und hinführen.
Mit welchen Inhalten dies geschehen soll, beschreibt § 11 Abs.3.
Qualität wird auch dadurch definiert, dass sie selbst organisiert,
gemeinschaftlich gestaltet, und mit verantwortet sein muss § 12.
Inhalt und Umfang dieser Leistung und Aufgaben werden gem. § 15
über das Landesrecht geregelt.
Die wesentliche Rechtsgrundlage für Institutionen und Mitarbeiter/innen
in der Jugendhilfe ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) sowie
das Niedersächsische Ausführungsgesetz, das Gesetz
zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (AG KJHG).
Aus der zum Teil o.g. gesetzlichen Pflicht leiten sich für die SG Hitzacker und
die beauftragten Fachkräfte folgende Arbeitsrichtlinien ab:
- Schwerpunkte in der Jugendarbeit sind erforderlich.
- Jugendarbeit muß Integration und Chancengleichheit fördern.
- Parteipolitik hat in der „Offenen“ Jugendarbeit nichts zu suchen.
- Die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen liegt in der Verantwortung der SG.
- Eine gleichberechtigte Beteiligung junger Menschen ist anzustreben.
- Der Qualitätsanspruch (z. B. vielfältige Bildungsangebote etc.) muß definiert werden.

Was ist eigentlich Jugendarbeit?
Jugendarbeit ist in erster Linie außerschulische Jugendbildung oder/und
Jugendpflege. Hier wird freiwillige Teilnahme vorausgesetzt. Es wird auf
vergleichende Leistungskontrollen wie z.B. in der Schule verzichtet. Jugendarbeit
orientiert sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Jugendlichen.
Es gibt offene und verbandsgebundene Jugendarbeit von freien und öffentlichen
Trägern. Die Methoden der Jugendarbeit sind vielfältig und flexibel einsetzbar.
Sie reichen von Referaten und Diskussionen über kreative und z.B. musische Be-
tätigung bis hin zu öffentlichen Veranstaltungen etc.

Eine erfolgreiche Jugendarbeit ist nur im Konsens mit der Politik, der Verwaltung,
dem Fachpersonal und den betroffenen Kindern und Jugendlichen unserer Samtgemeinde möglich.
Folgende Ansätze sollten berücksichtigt werden.
-Aktivitäten u. Neigungen Jugendlicher (Gruppen) muß Beachtung geschenkt werden.
-Eine Vernetzung in der Jugendarbeit tätiger Menschen aus versch. Bereichen soll gefördert werden.
-Dem Freizeitverhalten Jugendlicher, speziell dem sportl. Bereich (hier z.B. Skaten), sollte mehr Rechnung getragen werden.
-Kontakte und Gespräche, speziell durch Jugendforen fördern, um auch extreme Ansichten zu erfahren.
-Die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen vor Ort muß gefördert werden.

a) Unter dem offenen Bereich ist zu verstehen, daß jedermann/frau zu
jeder Zeit im Rahmen der Öffnungszeiten in Anspruch nehmen bzw.
nutzen kann: Gesellschaftsspiele aller Art, Tischtennis, Billard, Musik,
Discoveranstaltungen, Gespräche, Filme, etc.
Natürlich drängt sich die Frage auf: Wird das JZ genutzt, wieviel
Jugendliche nehmen das Haus durchschnittlich täglich in Anspruch?
Die von uns für die Jahre 1991 - 1994 errechnete durchschnittliche
Besucherzahl von täglich ca. 30 - 50 Kindern, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen aller sozialer Schichten, (wobei die Anzahl eher
zu niedrig angesetzt ist), ist soweit konstant geblieben. Auf die mittlerweile
mäßige Besucherzahl im Discobereich (ca. 30 –50 Personen), haben wir
mit einer terminlichen Verschiebung auf den Freitag reagiert.
Ist der Altersdurchschnitt im Nachmittagsbereich eher um die 9 -
16jährigen anzusiedeln, so besuchen uns am Abend eher die 15 - 21
jährigen.
Negativ aufgefallen sind uns im Jahr 2001 bis Sommer 2002 insbesondere
verbale Entgleisungen jugendlicher Menschen untereinander. Rassistische,
Sexistische u.a. verunglimpfende Bemerkungen gegenüber
Dritten führten gerade im „Offenen Bereich“ immer
wieder zu Auseinandersetzungen mit den Betroffenen.



b) Das Ihnen vorliegende Programm gibt Ihnen eine Übersicht über
unser aktuelles Angebot an Arbeitsgemeinschaften. Neben den durch
unsere Werkstätten bedingten Kurse wie Töpfern, Holzarbeiten, Tiffany,
Emaille, Gipsfiguren etc., werden seit 1990 ebenfalls Computerkurse unterrichtet.
Regelmäßig werden Computerkurse für Anfänger angeboten, unregelmäßig
Intensivkurse für spezielle Betriebssysteme od. Programme. Für den
Hitzackeraner Bereich läßt sich sagen, daß die Computerarbeit wie die
Computerspielereien gleichermaßen sehr gut angenommen werden.
In den Kreativ-Kursen werden neben Glasmalerei, Lederarbeiten, Bauen
von Puppen, Keyboardunterricht, Gitarrenunterricht, Gipsfiguren u. dem
Jahreszeitlichen Basteln, Basteleien zum Mitnehmen gefertigt.
In diesem Bereich ist unsere Mitarbeiterin Jessica von Allwörden,
halbtags Angestellte Erzieherin sehr kreativ.


Nicht vergessen darf man Niels Vogt, Musiklehrer auf Honorarbasis, sowie Hermann Gerstenkorn, der „ehrenamtlich“ Gitarren-,
Flöten- und Chorunterricht gibt.
Desweiteren arbeiten ehrenamtlich Jugendliche regelmäßig wie unregelmäßig
im Jugendzentrum. So wurden dieses Jahr mit Jugendlichen 2 Räume gestrichen,
zwei kombinierte Sitzbänke im Außenbereich aufgestellt, des öfteren das Grundstück
und der angrenzende Wald gesäubert , der Computerraum von Jugendlichen mit Berechtigungsschein selbst
genutzt und sauber gehalten, der Schachkurs von Jugendlichen für Kinder und
Jugendliche gegeben und last not least sind unsere DJ`s zu erwähnen.

c) Das Angebot d. Hauses wird qualitativ abgerundet durch zahlreiche
sogenannte Sonderveranstaltungen. Hierunter sind zum einen
Veranstaltungen mit starkem Informations- und Bildungscharakter zu
verstehen, zum anderen meinen wir hiermit Spiele, die sich unter
den Stichworten Sport, Spiel, Spaß zusammenfassen lassen.
Wir versuchen ein unseren Mitteln entsprechend attraktives
u. vielfältiges Angebot für und mit den Kindern, Jugendlichen u. junge Erwachsenen zu bieten.
Mit mehr als einer Sonderveranstaltung pro Monat, meinen wir doch
den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, finanziell als auch
personell gerecht worden zu sein.
Stellvertretend seien hier die Tombola der Jugendfreizeitstätte, öffentliche Veranstaltungen
unserer Keyboardschule, Filmnächte etc. genannt.
Abschließend läßt sich sagen, daß unser Haus einerseits einen
Treffpunktcharakter hat, andererseits eine Art Kultur- u.
Kommunikationsstätte für Kinder, Jugendliche u. junge Erwachsene
dieser Region ist.
Die positive Einflussnahme auf die Sozialisation (Sozialisation ist
der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger
Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen
Umwelt. Vorrangig thematisch ist dabei, wie der Mensch sich zu einem
Gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet) junger Menschen, wie im
Jugendförderungsgesetz § 1 gefordert, fördertihre Entfaltung und bereitet sie auf das Leben in der Gemeinschaft vor.
Dabei muß der stark sozialintegrative Aspekt
d. Arbeit sinnvoll mit jugendl. Freizeit, Informations- und
Bildungsbedürfnissen einerseits u. der Weckung bzw.
Förderung d. kreativen Potentials andererseits verknüpft werden.